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Sehr geehrte Gemeinde,
liebe Schwestern und Brüder!

Wir leben in unruhigen und besorgniserregenden Zeiten. Wir sind zwar nicht wie die Menschen in der Ukraine von Krieg und Bombardement bedroht, aber auch wir spüren die Auswirkungen des Krieges und seiner wirtschaftlichen Folgen. Die gestiegenen Energiekosten und ein möglicher Gasmangel belasten uns jeweils alle und sie machen auch vor den Kirchen nicht halt.

Und so haben der Generalvikar und andere leitende Mitarbeitende aus dem Generalvikariat im September einen Brief verfasst, der sich mit den Themen Heizen, Lüften und Stromsparen in den Kirchengemeinden im Herbst und Winter 2022/2023 befasst. Sie schreiben u.a.: „Eine unserer dringenden Empfehlungen ist das Ausschalten der Kirchenheizungen in den kommenden Monaten.“ Das Ausschalten der Kirchenheizungen wird als Akt der Solidarität bezeichnet und es wird sich erhofft, dass ein Abschalten dieser Heizungen „einen großen Effekt auf die Einsparung von Energie und Betriebskosten“ haben wird.

Selbst für Kirchenbesucherinnen und -besucher, die wissen, dass der Kölner Dom über gar keine Heizung verfügt und dort dennoch in jeder Jahreszeit Gottesdienst gefeiert und Konzerte veranstaltet werden, ist diese Empfehlung mindestens beunruhigend.

Pastoralteam, Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand sahen sich veranlasst, mit diesem Schreiben und der ausgesprochen drastischen Empfehlung umzugehen und sich hierzu zu verhalten. Bei den jeweiligen Befassungen und Debatten wurde allen bewusst, dass es bei der Frage nach dem angemessenen Verhalten um Energie zu sparen, nicht einfach ein Richtig und ein Falsch geben kann. Vieles ist bei einer Entscheidung zu bedenken:
Zumutbarkeit nicht geheizter Kirchen für vulnerable Menschen und Mitarbeitende, Durchführbarkeit von bereits terminierten Konzerten und die Arbeit mit den Chören und nicht zuletzt die Auswirkungen der Kälte auf die Orgeln und das Inventar (z.B. Schimmel, Folgekosten durch mehrfaches Nachstimmen). Das oben genannte Schreiben aus Köln war für uns in seiner Ernsthaftigkeit und Ausgewogenheit auch mit zu bedenken.

Pastoralteam, Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand haben sich auf die folgende Lösung verständigt, die vorerst erprobt werden soll:
Wir kommen in der Kirchengemeinde St. Franziskus-Xaverius der Empfehlung aus Köln nach, indem wir die beiden Kirchen St. Josef und Zum Heiligen Kreuz nicht heizen werden. Aus pastoralen Gründen wird die am besten isolierte und meistgenutzte Kirche nur noch moderat auf 14 Grad geheizt werden, sodass die St. Franziskus-Xaverius Kirche einen Ort bieten soll, der auch bei kälteren Temperaturen insbesondere von vulnerablen Menschen zum Gotesdienst besucht werden kann.

Hierfür ist es auch wünschenswert, dass sich Menschen in geschwisterlicher Solidarität finden, die etwaige und notwendige Fahrdienste ermöglichen. Inwieweit sich diese pastorale Erwägung in der Praxis bewährt, soll erprobt werden.

Um das Zeichen der Solidarität in diesen schwierigen Zeiten klarer zu gestalten, haben wir ebenso beschlossen, dass die eingesparten Energiekosten umgewandelt werden und als finanzielle Hilfen für bedürftige und so von der Energiekrise besonders betroffene Familien und Gemeindemitglieder zur Verfügung gestellt werden. Hierfür planen wir über das Rather Familienzentrum mit der Tafel und über die gemeindeeigenen Gruppen an die Gemeindemitglieder und Familien heranzutreten und stehen über diese Wege auch zur Kontaktaufnahme für Unterstützungssuchende bereit.

Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht und hoffen, dass sie auf Verständnis stoßen wird. Gerne diskutieren wir aber auch mit Ihnen, wenn Sie anderer Meinung sind oder andere Ideen haben, wie wir mit der Herausforderung der notwendigen Energieeinsparungen umgehen können. Gehen Sie dann bitte auf die Ihnen bekannte Person aus Pastoralteam, Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand zu.

Für das Pastoralteam, den Pfarrgemeinderat und den Kirchenvorstand

Thomas Selg
Leitender Pfarrer

Thomas Hoekstra
Pfarrgemeinderat

Dr. Peter Krawczack
Stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes